Deine KI-Infrastruktur ist ein Symptom eines Priorisierungsproblems

16. Mai 2026

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Das Argument für den Aufbau interner KI-Infrastruktur klingt meistens so: Wir brauchen Kontrolle, wir brauchen Anpassbarkeit, wir wollen keine Abhängigkeit von einem Anbieter. Das sind echte Anliegen. Sie gelten aber für fast jede Software, die ein Unternehmen nutzt - und die meisten Unternehmen haben zu Recht entschieden, keine eigene Datenbank-Engine und kein eigenes Gehaltsabrechnungssystem zu bauen.

Die Ausnahme gilt, wenn eine Fähigkeit den Kern des eigenen Wettbewerbsvorteils ausmacht. Stripe baut seine eigene Betrugserkennung, weil Zahlungsbetrug ihr zentrales Problem ist - sie haben die Skalierung, die proprietären Daten und das Domänenwissen, das das rechtfertigt. Für die meisten Unternehmen in den meisten Situationen gilt das nicht.

Was Frontier-KI anders anfühlen lässt: Sie ist neu genug, dass noch niemand eine verlässliche Build-vs-Buy-Intuition entwickelt hat. Diese Unsicherheit produziert teure Infrastrukturwetten in Organisationen, bei denen das eigentliche Problem viel einfacher ist: Sie haben noch nicht entschieden, welchen einzigen Workflow sie zuerst verbessern wollen - und haben noch nicht herausgefunden, wie sie damit Geld verdienen.

Das ist ein Priorisierungsproblem. Es hat nichts mit Rechenkapazität zu tun.

Veröffentlicht am 16. Mai 2026 von Bastian Wilhelms. Mehr über mich.

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