Jahrzehntelange Software-Erfahrung hat uns ein bestimmtes wirtschaftliches Modell beigebracht: einmal bauen, überall ausrollen, Grenzkosten nahe null. Dieses Modell hat jede Annahme über Software-Adoption geprägt - von der Infrastrukturplanung über Preisgestaltung bis hin zur Wettbewerbsstrategie. Es ist der Grund, warum SaaS zum dominanten Geschäftsmodell der letzten 20 Jahre wurde.
Frontier-KI bricht dieses Modell an seinen Grundfesten. Die Grenzkosten für einen weiteren Nutzer bei einem Frontier-Modell nähern sich nicht null - sie sind hoch und widerstehen, gerade bei den leistungsfähigsten Systemen, hartnäckig den Effizienzverbesserungen, die Software so skalierbar gemacht haben. Mehr Nutzer bedeutet mehr Rechenkapazität, und mehr Rechenkapazität bedeutet höhere Kosten auf jeder Ebene.
Die Konsequenz für Product Manager: Die KI-Features, die ihr plant zu liefern, unterliegen nicht der Software-Ökonomik. Sie unterliegen eher der Logik von Produktionskapazitäten. Wenn ein Anbieter euch sagt, die Preise bleiben stabil, trifft er eine Annahme über Rechenkosten, die möglicherweise nicht hält.
Die meisten KI-Roadmaps behandeln den Zugang zu Fähigkeiten als selbstverständlich. Die ehrlichere Version räumt ein, dass Frontier-Fähigkeiten rationiert werden, nicht verteilt. Eure Mitbewerber, die das verstehen, planen bereits danach. Die anderen werden es auf die harte Tour lernen, wenn sich Zugangsstufen verengen und ihre Produktökonomik nicht mehr aufgeht.
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