3. August 2026
Deutsch / English
Große Teams produzieren mittelmäßige Software. Das ist nicht neu. Neu ist, dass ein großes Team nicht mehr der Preis ist, den man zahlt, um etwas Bedeutsames zu liefern. Ein einzelner Entwickler mit modernem AI-Tooling kann heute liefern, wofür vor zehn Jahren fünfzig Leute nötig waren - und diese eine Person liefert es ohne den politischen Reibungsverlust, den fünfzig Leute erzeugen.
Die Konsequenz: Qualität hat eine neue Adresse. Sie lebt in den Projekten, die von einer Person geführt werden, der es wichtig ist, nicht in den Projekten, die von fünfzig Leuten verhandelt werden. Die eine Person muss nicht übersetzen. Muss nicht verteidigen. Muss die Interaktion nicht wegen eines Stakeholders kompromittieren, der das Produkt nie benutzt.
Diese eine Person, der es wichtig ist, skaliert nicht. Sie hat es nie getan - und genau das ist der Punkt. Sich zu kümmern ist jetzt günstig und mächtig genug, um alleine zu liefern. Genau das hat sich durch Agentic Coding verändert.
Vor AI konnte man sich glücklich schätzen, wenn man auf 50 Teammitglieder 2-3 Leute hatte, denen es wirklich wichtig war. Diese 2-3 Leute waren das, was gebraucht wurde, damit Software in einer größeren Organisation überhaupt noch gefertigt und meinungsstark wirkte.
Heute bringt euch diese Quote nirgendwohin. Prozentual werdet ihr deutlich mehr Leute brauchen, denen es wirklich wichtig ist. Sie werden in anderen organisatorischen Grenzen arbeiten müssen. Sie werden bessere Richtung und Ziele brauchen. Sie werden mehr Alignment und eine andere Führungskultur brauchen. Weil es ihnen wichtig ist. Weil sie meinungsstark sind. Weil sie mächtiger und schneller in der Umsetzung sind.
Die beste Software des nächsten Jahrzehnts wird von einer meinungsstarken Person geschrieben, der es wichtig ist.